Kunstgeschichte

(Proseminar KN) Ereignisbilder: Geschichte und ihr visuelles Gedächtnis in der Neuzeit

Donnerstag, 12.03.2020

Heute steht uns das aktuelle Geschehen permanent vor Augen. Pressefotos und Filmaufnahmen informieren über Ereignisse in Politik und Gesellschaft, über Kriege und Katastrophen. Manche von ihnen bleiben und werden im kollektiven Gedächtnis zu Inbildern historischer Momente. Auch wenn vor dem Zeitalter der Massenmedien Bilder des Zeitgeschehens weniger weit verbreitet und nicht tagesaktuell waren, gab es eine Vielzahl von Medien, die bedeutende Ereignisse der jüngsten Vergangenheit bildlich fassten: In der Frühen Neuzeit visualisierten Tapisserien Feldzüge und Karten zeigten Schlachten, Gemälde hielten Friedensschlüsse fest, Druckgrafiken verbreiteten die Kunde von Unglücken und Naturkatastrophen. Beispiele für Darstellungen historischer Ereignisse sind etwa Diego Velazquez’ «Übergabe von Breda» (1635) oder die Kupferstiche, die nach dem Erdbeben von Lissabon (1755) in ganz Europa zirkulierten. Das Proseminar geht von dem Grundgedanken aus, dass solche Bilder das Geschehene nicht einfach abbilden, sondern immer auch interpretieren. Es stellen sich daher Fragen wie beispielsweise: Wie wird das Geschehen in der bildlichen Darstellung zu einem Moment verdichtet? Was für ein Moment wurde ausgewählt und warum? Wer sind die handelnden Personen und wie werden sie inszeniert? Wir werden uns mit zentralen Fallbeispielen beschäftigen, die wir kritisch daraufhin analysieren, wie sie die Ereignisse darstellten, welche Sicht sie vermittelten und was für Funktionen ihnen zukamen.

Dozierende(r): Dr. Sophie Annette Kranen
12.03.2020:10:00 - 12:00
Ort: 124
Uni Mittelstrasse
Mittelstrasse 43

Sie können diese Veranstaltung in ihrer persönlichen Agenda speichern. In Ihrer persönlichen Veranstaltungsübersicht finden Sie alle relevanten Detailinformationen zu Ihren gespeicherten Veranstaltungen zum Ausdrucken.