Musikwissenschaft

Lost in translation? Weltliteratur in der Oper

Dienstag, 10.03.2020

Wenn kanonische «Meisterwerke» der Literaturgeschichte auf der Opernbühne erscheinen, werden in der Regel – bis heute – die unvermeidlichen Verluste beklagt: Gounods «Faust» erscheint so als eine Trivialisierung von Goethes Tragödie, Tschaikowskis «Jewgenij Onegin» als schwacher Abklatsch des überbordenden Reichtums von Puschkins Versroman. Anhand dieser und vieler anderer Beispiele – von der attischen Tragödie bis zu Tolstojs «Anna Karenina», von Lully bis zum späten Verdi, also vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis zur Wende zum 20. Jahrhundert – wird in dieser Vorlesung nach den medientheoretischen Differenzen von Literatur und Musiktheater gefragt und in jedem Einzelfall diskutiert, inwieweit die Bearbeitung als Oper nicht auch Sinnschichten freilegt, die in der literarischen Vorlage nicht voll zur Geltung kommen konnten. Dabei geht es insbesondere um Strategien der Librettisten und Komponisten, dem literarischen Anspruch der jeweiligen Vorbilder mit spezifischen Mitteln gerecht zu werden.

Dozierende(r): Prof. Dr. Anselm Gerhard, Dr. Vincenzina Ottomano
10.03.2020:14:15 - 15:45
Ort: 1. Etage, SR 120
Uni Mittelstrasse
Mittelstrasse 43

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