Interreligiöse Studien

Gute «Hirten» führen sanft?

Dienstag, 10.03.2020

Erstaunlicherweise gibt es keine explizite Berufsethik für Pfarrer*innen, aus der hervorginge, was in ethischer (und nicht pädagogischer, pastoraler, liturgischer, rechtlicher, dogmatischer) Perspektive das Handeln von Pfarrer*innen orientieren könnte. Dies ist umso erstaunlicher, als die im Titel zitierte Berufsbezeichnung "Pastor" ein geradezu infantilisierendes Gefälle zwischen "Hirte" und "Herde" impliziert. Dies hat, besonders prominent, die Kritik des französischen Philosophen Michel Foccault ausgelöst, die in seinem Begriff der "Pastoralmacht" kulminiert. Dieser Perspektive will dieses Seminar nachgehen und im Kontext der aktuellen Debatte um "Menschenführung", "Selbstführung", "Gewissensfreiheit", "Prävention von sexualisierter Gewalt", "Prekarität" und "Umwelt" nachgehen. Dabei stehenden erstmalig Pfarrer*innen als moralisch Handelnde im Fokus, denn ihr Auftrag und Arbeitsfeld führen zu spezifischen Bedingungen des Handelns. In diesem Seminar sollen auch die Schweizer und Reformierten Perspektiven besonders berücksichtig werden und interdisziplinär in ein Gespräch mit Berufsethiken anderer Felder, zum Beispiel einer ärtzlichen Berufsethik, verwickelt werden.

Dozierende(r): Prof. Dr. Mathias Wirth, Dr. Melanie Elisabeth Werren
10.03.2020:12:15 - 14:00
Ort: Seminarraum F 004
Unitobler
Lerchenweg 32-36

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