Interreligiöse Studien

Einführung in die Geschichte des modernen Sakralbaus: Kirchen, Synagogen, Moscheen, Tempel

Mittwoch, 11.03.2020

Die Religionsfreiheit ist in Europa seit dem 19. Jahrhundert ein verfassungsmässig garantiertes Grundrecht. Damit geht auch das Recht einher, Sakralbauten zu errichten. In Europa dominieren bis heute die christlichen Kirchenbauten, doch sind auch die anderen Religionen mit ihren Sakralbauten (Synagogen, Moscheen, Tempel) im öffentlichen Raum präsent. Aktuelle Tendenzen sind interreligiöse Räume sowie die Umnutzung bzw. erweiterte Nutzung von Kirchen. Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Entwicklung des Sakralbaus in Europa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, mit etlichen Rückblenden auf frühere Phasen des Sakralbaus. Verschiedene Fragestellungen sind dabei im Blick. In einer kunsthistorischen Perspektive analysieren wir an repräsentativen Einzelbauten die Entwicklung der Bautypologien. In einer theologischen Perspektive bringen wir die Bauprogramme mit dem jeweiligen Verständnis von Liturgie und Gemeinde in Verbindung sowie damit, wie die Religionsgemeinschaften ihr Verhältnis zur Gesellschaft definieren. In einer städtebaulichen Perspektive interessieren uns die Orte, an denen die Sakralbauten errichtet wurden, die Art und Weise, wie diese eine Sakraltopographie bilden, wie sie den öffentlichen Raum prägen oder aber kaum sichtbar sind. Ein wichtiger Fokus gilt schliesslich der gegenwärtigen Perspektive: Wie werden heute Kirchen, Kapellen, Synagogen, Moscheen und Tempel gebaut? Was sagen sie aus über das Religionsverständnis der jeweiligen Gemeinschaften? Wie ist das Phänomen der vermehrt entstehenden interreligiösen Räume zu deuten? Was macht man mit Kirchen, die für den Gottesdienst nicht mehr gebraucht werden? Welche Strategien und Formen von Umnutzungen gibt es? Religion prägt unsere Gesellschaft bis heute. Wie sie dies tut, diskutiert die Vorlesung anhand der Sakralbauten. Literatur wird den Teilnehmenden zu Beginn der Vorlesung zur Verfügung gestellt.

Dozierende(r): PD Dr. Johannes Stückelberger
11.03.2020:10:15 - 12:00
Ort: Seminarraum 212
Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4

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