Theologie

Alternative Lebensformen im frühen Christentum

Dienstag, 10.03.2020

„Da ist nicht Jude noch Grieche, weder Sklave noch Freier, weder Mann noch Frau“ (Gal 3,28) – mit diesen Worten schien der Apostel Paulus der christlichen Gemeinde in Galatien eine ganz neue Freiheit zu verkünden, in welcher etablierte gesellschaftliche Konventionen nicht mehr bindend waren. Tatsächlich gibt es im frühen Christentum eine erstaunliche Vielfalt an Lebensformen zu entdecken: Neben der Ehe nach römischem Vorbild wurden verschiedenste Formen der individuellen Askese, aber auch des gemeinschaftlichen Lebens praktiziert. Was war im Raum des Christentums an Lebensformen möglich? Wo wurden Grenzen gezogen – und (wie) wurden diese durchgesetzt? Wie wurden die Lebensformen konkret gestaltet, auf welche Weise wurden sie argumentativ begründet bzw. bestritten? Das Seminar ist so konzipiert, dass nach einer allgemeinen inhaltlichen und methodischen Einführung Fallbeispiele von Einsamkeit, Zweisamkeit und Gemeinschaft aus dem 2. bis 7. Jahrhundert studiert werden, aus denen im Verlauf des Semesters gemeinsam eine Typologie frühchristlicher Lebensformen entwickelt wird. Dabei werden wir verschiedene bewährte Methoden der historischen Textinterpretation, aber auch neuere Forschungsansätze (z.B. Genderforschung, Vernetzungsgeschichte, queer theory) an den Quellentexten anwenden und diskutieren. Auf diese Weise üben und reflektieren die Studierenden auch ihre methodischen Fähigkeiten und bringen Erkenntnisse aus der Geschichte des Christentums mit heutigen Diskursen über Lebensformen ins Gespräch. Die Quellen werden in deutscher Übersetzung mit Seitenblicken auf die griechischen bzw. lateinischen Originale gelesen.

Dozierende(r): Prof. Dr. Katharina Heyden, Rahel Schär
10.03.2020:14:15 - 16:00
Ort: Seminarraum F -103
Unitobler
Lerchenweg 32-36

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